Hafer für's pferd - Besser können sie nicht füttern!

Der Hafer wird als eins der gesündesten Getreidesorten überhaupt bezeichnet, dies liegt an seinem guten Geschmack und seiner Verträglichkeit. 

Als die Menschen noch als Jäger und Sammler vor geraumer Zeit unterwegs waren, sammelten sie den Hafer und aßen ihn gleichwertig mit anderen Heilkräutern. Sie fingen an Hafer anzubauen, da aber der Ertrag des Weizens und der Gerste höher war, wurden die beiden schon ca. 7000 Jahre früher gezüchtet. Als Beigras zwischen den Feldern wuchs der Hafer unkontrolliert weiter. Unklar ist seit wann der Hafer zur Pferdefütterung verwendet wurde, aber in Europa waren es bestimmt die Römer, die es dann weiter nach Deutschland brachten. In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Hafer zur Regulierung des Blutzuckerspiegels verwendet. 

Hafer fürs Pferd: Was er alles kann

Hafer enthält nicht nur wenig Gluten (gut geeignet für Pferde mit Getreideunverträglichkeiten), sondern hat einen beachtlichen Anteil an essenziellen Aminosäuren. Welche wesentliche Bausteine körpereigener Proteine sind und beteiligt an wichtigen Aktivitäten des Stoffwechsels. 

Hafer ist reich an Mineralstoffen (Kalium, Magnesium, Eisen, Calcium und Phosphor), Vitaminen (Vitamin B, Vitamin E) und Spurenelementen (Zink, Selen), sofern der Mutterboden entsprechend wertvoll war. Durch das viele Phosphor sollte bei größeren Mengen Hafer ein calciumlastiges Mineralfutter verwendet werden.

 

Pferde mögen den süßlichen Geschmack und durch die 59% an Kohlenhydraten und 7% an Fett gibt er ihnen eine Menge Energie.

Und wie viel davon ist jetzt gesund?

So wie bei allen Getreidesorten gibt es keine Pauschale zur Fütterung. Die Fütterung ist abhängig vom Energiebedarf des Pferdes. Die Hauptenergiequelle sollte für Pferde trotzdem durch Heu, Weidegras und Stroh gegeben sein, was für einige Pferde oft ausreichend Energie bringt. Je mehr ein Pferd bewegt wird, desto höher ist der Energieverbrauch und desto mehr muss zugefüttert werden, wie z. B. durch Hafer.

Die hohe Verträglichkeit besteht dadurch, dass 80 bis 90% des Hafers im Dünndarm verdaut werden, was bei anderen Getreidesorten oft nicht der Fall ist. Denn wenn zu viel Stärke im Dickdarm ankommt, verschiebt sich die Darmflora und die Entgiftungsorgane werden belastet. Andere Getreidesorten können dies verhindern indem sie thermisch aufgeschlossen werden.

 

Je nach Rasse und der Regelmäßigkeit der Haferfütterung, können Pferde pro Mahlzeit zwischen 0,5 und 1 Gramm Stärke je kg Lebendmasse im Dünndarm verdauen. Das heißt, 1 kg Hafer hat ca. 350 bis 500 gr Stärke, was bei manchen Pferden vor allem bei Robustpferderassen nach einem halben Kilo erreicht ist. Zu viel Hafer würde ebenfalls wie bei anderes Getreide im Dickdarm ankommen. Dies führt, wie bereits erwähnt, zu einer pH-Verschiebung, einer Anflutung unerwünschter Darmbakterien, Entstehung von Endotoxinen und am Ende zu einer Belastung der Entgiftungsorgane. In der Folge entsteht eine negative Energiebilanz und die Pferde nehmen zusätzlich zu den Stoffwechselrisiken eher ab als zu.

Schwarzhafer,  Goldhafer, Grünhafer – Welcher Hafer ist besser?

Es gibt fast keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Hafersorten, die Qualität und die ordnungsgemäße Lagerung sind entscheidend.

Hafer fürs Pferd - ganz oder gequetscht?

Beides ist möglich. Gequetscht oder gewalzt sollte der Hafer aber binnen 24 Stunden verfüttert werden. Gequetschter Hafer neigt sofort zu Schimmelpilzbildung. Pferde sind in der Lage Hafer im ganzen Korn zu fressen und zu verdauen. Dass hin und wieder auch einiges davon hinten unverdaut herauskommt ist normal (gönnen Sie den Vögeln auch etwas von dem guten Hafer). Lediglich für ein altes Pferd mit schlechten oder fehlenden Zähnen sollte man den Hafer auf jeden Fall frisch quetschen.

Hafer fürs Pferd ersetzt kein Mineralfutter!

Wie eingangs erwähnt hat Hafer eine Vielzahl wertvoller Mineralien und Vitalstoffe. Dennoch reichen diese nicht aus, um ein Pferd ausreichend damit zur versorgen. Ein gutes Mineralfutter optimiert die Fütterung. Bekommt Ihr Pferd sehr große Mengen an Hafer sollte das Ca-Ph-Verhältnis überprüft werden. Häufig ist hier, insbesondere bei hohen Kraftfuttermengen in Verbindung mit Weidegang, eine Extragabe Calcium notwendig.

Fazit: Hafer sticht das Pferd nicht!

Hafer in bedarfsgerechten Mengen macht Ihr Pferd nicht verrückt – im Gegenteil. Hafer macht Pferde vital, lebensfroh und voller Tatendrang (eigentlich das, was wir von einer gesunden Pferdefütterung erwarten). In unserer Anlage wird der Hafer in kleinen Portionen über den Tag verteilt von den Pferden aufgenommen. Durch die aktive Bewegung entsteht kein Energieüberschuss wie bei der konventionellen Boxenfütterung

(1-2 kg als eine Portion).